Ideen in Glas und Stahl

Burg-Studenten stellen Konzepte vor

Ob Milchcafé für kleine Gäste oder exklusives Weinlokal unter dem Markt: Sehr unterschiedlich waren die Nutzungs- und Gestaltungsideen für ein wieder aufzubauendes Rathaus, die vier Studenten der Burg Giebichenstein dem Kuratorium Altes Rathaus Halle vorgestellt haben. Entstanden waren die Konzepte im Rahmen von Semesterarbeiten. Komplett auferstanden ist das Gebäude aus einem Renaissance- und einem Barockflügel zum Beispiel in den Entwürfen von Matthias Flehl und Joachim Günther. In beiden sind repräsentative Räume für den Oberbürgermeister, Ausstellungsflächen, Büros, Konferenzzimmer, Spezialitätenläden und gastronomische Einrichtungen vorgesehen. So möchte Flehl einen Ratskeller mit halleschen Spezialitäten und ein Musikcafe, in dem sich Bands vorstellen können. Kinderfreundlicher ist die Idee von Günther: „In meinem Milchcafé können Säuglinge gestillt und gewindelt werden“, sagte er. Auch das Mobiliar, eine Rutsche von einer Galerie ins Erdgeschoss sowie Speisen und Getränke sollen sich an Kinder-Bedürfnissen ausrichten. Sabine Hanisch, die als Diplom-Ingenieurin ein Aufbaustudium an der Burg macht, beschränkt sich in ihrem Entwurf auf das repräsentative Haupthaus. Sie möchte unter anderem durch Glasflächen Bauelemente des historischen Gebäudes sichtbar machen. Ein deutlich verkleinertes Rathaus, das unter anderem durch seine Materialien Glas und Stahl einen offenen Charakter haben soll, schwebt wiederum Annett Maresch vor. Nur die drei markantesten Architektur-Merkmale des alten Rathauses – also Turm, Galerie und Renaissance-Giebel – sind in ihrem Entwurf dem modernen Baukörper zum Markt hin vorgesetzt. An die Stelle des restlichen Frontgebäudes tritt bei ihr ein flaches Podest – eine Art öffentliche Bühne, die den Ratskeller mit seinem exklusiven Salat- und Weinlokal überdeckt. Das Kuratorium Altes Rathaus verfolgt das Ziel, das im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörte und später ganz abgerissene alte Rathaus wieder aufzubauen. Diese Vorhaben ist in Halle jedoch umstritten.


Mitteldeutsche Zeitung, 10.04.2002, Seite 12
Markt/MZ/jab

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